| Chronik |
Ein Rückblick über mehrere Jahrzehnte Schachsport in Lohfelden.
Gründung: 14 Oktober 1945
Vorsitzende:
ab 1945 S. Lipps ab 1977 Manfred Salzmann ab 1979 Holger Zufall ab 1981 Norbert Baumgartl ab 1984 Konrad Brandenstein ab 1985 Peter Schrumpf ab 1989 Rolf Thiele ab 2005 Torsten Fankhaenel ab 2007 Joachim Kaiser
Aktueller Vorstand
1. Vorsitzender: Joachim Kaiser
Stellvertretender Vorsitzender:
Kassierer: Karl Heinz Brunnert
Schriftführer: Tim Brethauer
Jugendwart: Torsten Fankhaenel
Mitglieder am 9.3.2008: 41 Davon Jugendliche: 22 Weiblich: 3 Männlich: 38
Kontaktadresse:
Joachim Kaiser Lehnhofstr.23 34253 Lohfelden 0561 518138/ mobil: 01783576637
Spielabende: Freitags ab 17.30 Uhr Alte Schule Ochshausen, Ochshäuser Dorfstrasse 20
1. Anfänge nach dem Krieg
Bereits in den Jahren kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde von einigen schachbegeisterten Lohfeldenerinnen und Lohfeldenern, im damaligen Ortsteil Ochshausen, der erste Schachklub unter dem Banner der FSK als eines von sieben Anfangssparten gegründet. Als erstes Gründungsdatum wird der 14.10.1945 genannt, das Spiellokal befand sich in der Gaststätte Schollmeier in Ochshausen. Ein regelmäßiger Wettkampfbetrieb kam jedoch aus verschiedenen Gründen nicht zustande. Zum einen war die Nachkriegszeit natürlich äußerst beschwerlich, so dass ein Fahren zu öffentlichen Meisterschaften nur sehr schwer zu bewerkstelligen war, zum anderen sah man sich wohl eher als reine „Hobbyspieler", wie man heute sagen würde. Eine öffentliche Unterstützung der Vereine durch die amerikanische Besatzungsmacht erfolgte im übrigen lediglich für die Sportarten Boxen und Fußball. Erster Spartenleiter der Schachabteilung war im Jahr 1945 der Schachfreund S. Lipps.
Das Schachspiel hatte zwar eine große Tradition in Deutschland mit den Weltmeistern A. Anderssen und E. Lasker im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, erschien dem bodenständigen Milieu der Arbeitergemeinde Lohfelden allerdings möglicherweise etwas abgehoben. So kam es, dass das Klubleben schon relativ bald nach der Gründung mangels Masse, nicht jedoch aufgrund geringen Interesses der Schachinteressierten, einschlief. Diese These lässt sich damit belegen, dass zum Beispiel die Schachfreunde Heinrich Ullrich, Fritz Gundlach und Wendelin Schenk, die zu Mitgliedern in den vierziger Jahren gehörten, ebenso Gründungsmitglieder bei Neugründung der Schachabteilung in den 70er Jahren waren.
2. Neugründung in den 70er Jahren
Die Neugründung der Schachabteilung der FSK datierte vom 1.07.1977. Die Gründung erfolgte unter anderem durch die Initiative der schachbegeisterten jugoslawischen Mitbürger Baro, Radevojevic und Ramadani, sowie von den drei bereits oben genannten Ullrich, Gundlach und Schenk. Weitere Neugründungsmitglieder waren die Schachfreunde Büse, Salzmann und Obliego. Der erste Vorsitzende der Schachabteilung war Schachfreund M. Salzmann, 2. Vorsitzender R. Radevojevic.
Man nahm alsbald einen geregelten Spielbetrieb auf, und konnte schon rasch eine große Anzahl neuer Mitglieder gewinnen. Nach dem man zuerst sein Spiellokal in der Gaststätte Schollmeier (früher Gundlach) hatte, man aber schon rasch eine große Anzahl Jugendlicher hinzugewonnen hatte, sah man sich alsbald aufgrund geltender Jugendschutzgesetze gezwungen, den Spielbetrieb aus der Gaststätte in ein anderes Spiellokal zu verlegen. Man bezog deshalb 1980 die Räumlichkeiten im Friedrich-Ebert-Ring, in der ehemaligen ASB Wache im Gebäude der damaligen Grundschule Lohfelden, die zu diesem Zeitpunkt der FSK Lohfelden als Hauptgeschäftsstelle diente.
1979 übernahm Holger Zufall den Vorsitz der Schachabteilung von Manfred Salzmann. Von seiner Hand stammen die ersten Veröffentlichungen für den Blickpunkt, die meist über Mannschaftsergebnisse und Meisterschaften berichten aber auch eine Interessante Rubrik beinhalten nämlich die Aufforderung: „Der Leser ist am Zug" wobei es sich um ein Schachquiz handelte. Der Schwierigkeitsgrad dieser Aufgaben war ausgesprochen herausfordernd und so muss es verwundern, dass nach Abschluss des 1. Wettbewerbs ca. 40 Teilnehmer zu verzeichnen waren von denen die Besten mit Sachpreisen belohnt wurden.
3. Neue Gesichter
Nachfolger von H. Zufall wurde am 12.12.81 Sfr. N. Baumgartl. Dieser war nunmehr darum bemüht einen kollegialeren Umgang mit der FSK Familie zu erreichen. Die Führung der Schachabteilung erfolgte seitdem aus unserer Sicht in beanstandungsloser Art und Weise. Aus sportlicher Sicht ereignete sich in dieser Zeit ein Generationenwechsel. Neue, spielstarke Jugendspieler, besonders R. Staupe und M. Peter erreichten bereits mit 12 bzw.14 Jahren ein äußerst starkes Niveau. Diese beiden Spieler beherrschten die Vereinsmeisterschaften in den folgenden Jahren respektive dem folgenden Jahrzehnt. Besonders R. Staupe errang auf Bezirksebene Meisterschaften, Pokalgewinne und Turniersiege. Für zahlreiche Hessenmeisterschaften qualifiziert, nahm er auch an denselben Teil, und erlangte hierbei stets achtbare Resultate, oft unter den ersten 10 platzierten. M. Peter trat in den folgenden Jahren besonders als Jugendwart und Trainer der Jugendlichen hervor sowie durch seine, neben der von A. Kilian, aus Sicht des Autors, vorzügliche Arbeit als Schriftführer. Zahlreiche Generationen von jugendlichen Neuankömmlingen unter anderem der Autor, wurden von ihm in diesen Jahren examiniert und mit den begehrten Urkunden des Bauern-, Turm-, und Königsdiploms dekoriert. Bei diesen Diplomen im übrigen handelt es sich um Urkunden, für die absolvierte Lösung von praxisnahen Schachaufgaben, die nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden eben in Bauerndiplom (leicht), Turmdiplom (mittel) und Königsdiplom (schwer) gestaffelt sind.
Zeitgleich mit Norbert Baumgartl als neuem Vorsitzenden wurde übrigens K.H. Brunnert als Kassierer gewählt, welcher sein Amt bis zum heutigen Tage innehat. Eine Ehrung desselbigen, für langjährige, ehrenamtliche Tätigkeit, erfolgte 2007 im übrigen durch den Ehrenrat und den Beschluss der FSK Gemeinde.
Wenn auch die beiden oben genannten Spitzenspieler R. Staupe und M. Peter das Vereinsgeschehen oft sportlich dominierten, waren Ihnen zahlreiche Spieler beinahe genauso oft dicht auf den Versen. Die jugoslawischen Spieler im Verein zum Beispiel waren bekannt, ja berüchtigt, für ihren unorthodoxen Spielaufbau oft weitab der Theorie. Ihre Schlitzohrigkeit, ihr Kampfgeist und ihr Siegeswille waren allerseits gefürchtet. Leider starb unser Gründungsmitglied und langjährige 2. Vorsitzende R. Radevojevic, er sei in diesem Zusammenhang namentlich erwähnt, vor einigen Jahren viel zu früh an Krebs. Diese drei Erwähnten sowie A. Ramadani wurden 1985 bei der Sportlerehrung der Gemeinde Lohfelden für Ihren Erfolg beim Dörnbergcup ausgezeichnet.
Die sportliche Entwicklung des Vereins in dieser Zeit ging gut voran, so dass die Schachabteilung zeitweilig vier Mannschaften stellen konnte. Hierbei sei allerdings relativierend hinzugefügt, dass angesichts der Tatsache, dass in dieser Zeit, wir reden im übrigen mittlerweile von den 80ern, seitens des Schachbezirks Nordhessen noch kein befriedigender Jugendliga- Spielbetrieb existierte (1). Dieses sei nicht zuschulden der damaligen Turnierordnung gesagt, sondern hauptsächlich um des Sachzwanges Willen, der ungenügenden Bereitschaft der Eltern und/ oder Vereinsangehörigen, eine Fahrbereitschaft per Kfz für solcherlei Anlass zur Genüge zu tragen.
Wir stellten also Jugendliche und Erwachsene in ein und derselben Mannschaft auf. Dieses mit der Absicht, die Jugendlichen an den Erwachsenenspielbetrieb heranzuführen. Möglicherweise war das nicht unbegründet, hatte man hierbei ohnedies das zuvor genannte „Erfolgsmodell" Reinhard Staupe, Michael Peter im Hinterkopf. Allerdings musste man sehr lange darum kämpfen, die Mannschaft aus der Kreisliga in höhere Spielklassen zu bewegen.
Anmerkung:
(1) Mittlerweile bietet man seitens des Schachbezirks Nordhessen auch andere Wettkampfmodelle an. So können Jugendliche, die noch eine niedrige Spielstärke bis ca. 1200 DWZ haben und lieber untereinander spielen wollten, dieses auch tun und gründete deshalb schon vor einigen Jahren die Nordhessische Jugendliga. Manche, besonders motivierte Spieler dürfen und sollen natürlich nach wie vor in Erwachsenenmannschaften mitspielen. Ebenso dürfen auch Jugendliche mit höherem Leistungsniveau als oben erwähnte 1200 DWZ durchaus noch in der Jugendliga mitspielen.
4. Der Verein wächst
Nach dem der drei Jahre lang tätige Vorsitzende Norbert Baumgartl 1984 den Verein aus privaten und beruflichen Gründen verließ, wurde für ein ½ Jahr Konrad Brandenstein Vorsitzender, der sein Amt wenig später aus gesundheitlichen Gründen wieder abgab. Es folgte ab dem 1985-1989 Peter Schrumpf. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit waren Überlegungen in dieser Zeit, wie eine größere Verbreitung des Schachs in der Gemeinde zu verwirklichen sei. Man hatte zuvor bereits begonnen, als Publikationsmedium den Blickpunkt Lohfelden zu nutzten, und versuchte nun darüber hinaus sich, so oft sich eine Gelegenheit ergab, medial in Szene zu setzen. Besonders im Kinder- und Jugendbereich zeigte diese Reklame beträchtliche Wirkung. Die Anzahl der jugendlichen Mitglieder überstieg recht bald die der Erwachsenen. Man setzte erstmals auf eine originelle Werbeidee, nämlich die eines gemeindeoffenen Turniers. Dahinter steckte die Idee, sowohl vereinsfremde Hobbyspieler als auch Vereinsspieler in einem gemeinsamen Turnier spielen zu lassen, die Hobbyspieler jedoch getrennt von den Vereinsspielern zu prämieren, um einen gewissen Teilnahmeanreiz zu schaffen. Das ganze natürlich vor dem Hintergrund, neue Mitglieder zu gewinnen. Des Weiteren nahm man zahlreiche Gelegenheiten wahr, sich zu Anlässen, wie etwa dem Heimatfest zu präsentieren. An den Heimatfestumzügen nahm man regelmäßig in Form von Fußgruppen und gelegentlich sogar durch Stellen eines Motivwagens teil.
Nach dem Weggang von P. Schrumpf 1989 wurde R. Thiele am 10.2.1989 neuer 1. Vorsitzender. Während dieser Zeit kam es zu einigen Neuanschaffungen, die das Spielgerät, nämlich Schachfiguren und Uhren betreffen. Man hatte sich schon in den 80er Jahren günstiges Spielmaterial aus Osteuropa beschafft. Das Spielgerät war zwar in Ordnung, wurde jedoch von einigen Vereinkameraden, vielleicht ob dessen Herkunft, gelegentlich verschmäht und gemieden. 1992 wurde dann ein Satz wirklich von allen heiß geliebter Holzschachbretter gekauft, deren Qualität so exzellent war und ist, dass diese noch heute für neu angesehen werden können. Eine weitere Anschaffung war ein qualitativ hochwertiger Schachcomputer, der in den Anfangszeiten oft und regelmäßig von den Liebhabern des königlichen Spiels genutzt, später aber immer seltener und irgendwann gar nicht mehr aus dem Schrank geholt wurde. Dieses verwundert nicht allzu sehr, angesichts der Entwicklung der Computer- und Softwaretechnik, die praktisch jedem für „schmales Geld" Zugang zu Chessbase Dateien und Eröffnungsbibliotheken in zuvor nicht vorstellbaren Dimensionen ermöglichte, von Schachprogrammen mit der Spielstärke von Großmeistern einmal ganz abgesehen. Auch wurden in dieser Zeit einige sehr fähige Trainer engagiert, namentlich sei u.a. der Sfr. Zacke erwähnt, die neue Impulse in der Jugendarbeit setzen konnten (1995) aber nicht langfristig gebunden werden konnten. Zeitweilig übernahmen J. Kaiser, T. Fankhaenel und M. Müller das Jugendtraining, deren Engagement hier lobend erwähnt werden soll.
Alle Anschaffungen dieser Zeit wurden in früheren Jahren im übrigen stets von der Gemeinde bezuschusst, wofür wir uns nicht oft genug bedanken können, und es somit erneut tun.
Im Jahr 2005 wurde T. Fankhaenel 1.Vorsitzender, der vielleicht noch mehr Augenmerk auf die Jugendarbeit des Vereines legte als dieses seine Vorgänger ohnehin schon taten. So reifte z.B. unter seiner Ägide das Mitglied D. Wagner vom „Edelstein" zum „Juwel" (man möge mir diese blumige aber zutreffende Sprache verzeihen). Man nahm 2006 mit zahlreichen Jugendlichen an einer Jugendfreizeit auf dem Sensenstein teil. Und es wurde die 1.Mannschaft wieder unter dem Namen FSK-Lohfelden aufgestellt.
2007 holte die Schachabteilung Vlastimil Hort anlässlich des 30 jährigen Vereinbestehens für eine Simultanvorstellung in das Bürgerhaus. Dieser ist vielleicht dem einen oder anderen noch durch die Co-Moderation an der Seite von Dr. Helmut Pfleger in zahlreicher WDR Fernseh- Schach- Sendungen bekannt. Die Veranstaltung war gut besucht und fand große Resonanz auch beim nicht ausschließlichen Schachpublikum. Diese Simultanvorstellung war allein deshalb schon sehenswert, weil der Lohfeldener Schachkünstler Bernd Besser mit seiner Ausstellung Schachbilderwelten für eine ungewohnte, aber äußerst attraktive optische Veredelung sorgte. Einen herzlichen Dank möchten wir, neben dem Schachgroßmeister und dem Schachkünstler an dieser Stelle auch noch Sfr. Kalle Kuhn zukommen lassen, der als Mitorganisator der Veranstaltung am Erfolg derselben großen Anteil hatte. 2002 hatte an gleicher Stelle bereits ein Simultanturnier mit dem Großmeister und ehemaligen DDR- Meister Lothar Vogt anlässlich der 25 Jahrfeier stattgefunden. Diese Veranstaltung litt jedoch aufgrund eines zeitgleich stattgefunden WM- Spieles der Fußballnationalmannschaft beträchtlich an reduzierter Publikumsresonanz.
5. Raumprobleme
War man aufgrund der Situation der Jugendlichen bereits kurz nach Vereinsgründung in den Friedrich-Ebert-Ring gezogen, so stellte sich diese Lokalität doch sehr bald als zu ungeräumig heraus. Besonders bei Mannschaftswettkämpfen, bei denen zwei oder mehrere Lohfeldener Mannschaften Heimrecht hatten und dann noch einmal so viele Vertreter von Gästemannschaften hinzukamen, konnte man keine regulären Wettkampfbedingungen mehr erwarten. Hinzu kam, dass dieser Raum nur sehr beschränkte Möglichkeiten zum Durchlüften bot und zur damaligen Zeit noch kein Rauchverbot für den Wettkampfbetrieb galt. Dies alles sorgte für nicht unerheblichen Trouble zwischen Angehörigen der Schachabteilung und dem FSK Vorstand, der ja hier schließlich, wie bereits oben erwähnt, seine Geschäftsräume hatte. Der FSK Vorstand verbot daraufhin den Schachspielern irgendwann einmal kurzerhand die Nutzung der Vereinsräume außerhalb der Mittwochstermine (wenn, dann nur nach vorherige Absprache), besonders an Sonntagen. Da seit jeher Mannschaftswettkämpfe an Sonntagen stattfinden, ergab sich natürlich ein Dilemma, welches man durch Nutzung des Bürgerhauses für Wettkämpfe zu überbrücken versuchte.
Dieser Zustand mit all seinen Aufgeregtheiten und seiner aufgeheizten Atmosphäre war auf Dauer natürlich nicht tragbar. Deshalb nahm man dankend die Gelegenheit war, in die Räumlichkeiten der alten Schule Ochshausen, Ochshäuser Dorfstraße 20, umzuziehen. Diese Räumlichkeiten werden bis zum heutigen Tage durch die Schachabteilung genutzt. (1) Die Trainings-Spielabende wurden in der Vergangenheit mehrmals umterminiert. Fanden diese bis 2001 immer donnerstags statt, so wurde ab 2001 eine Verlegung auf den Freitag notwendig, da zum damaligen Zeitpunkt etliche Mitglieder durch Studium oder Beruf lediglich freitags am Vereinsleben teilnehmen konnten. Das Mobiliar der Räumlichkeiten ist mittlerweile zumindest teilweise erneuerungsbedürftig und sollte bei Gelegenheit einmal ausgetauscht werden.
(1) Der Zigarettengenuss wurde den Nutzern der Räumlichkeiten mittlerweile untersagt, was kein aktuelles Mitglied der Sabt. in nennenswerter Form bedauert.
6. Training und Wettkampf
In den Anfängen der Schachabteilung hatte der Verein noch keinen systematischen Trainingsbetrieb im Sinne didaktischer Lehrmethodik und man erlernte das Schachspiel im Prinzip ausschließlich über die „learning-by-doing"- Methode. Schließlich hatte man ja einige recht spielstarke Spieler in den eigenen Reihen, bei denen sich unerfahrene Spieler doch stets einiges abschauen konnten. Der wettkampfmäßig betriebene Schachsport wird jedoch in der Regel so betrieben, dass sich die Spieler in zeitintensiver Heimarbeit Varianten und Analysen regelrecht in den Kopf „hineinschrauben".
Diese Lernmethodik kam für uns, mehr oder minder Hobbyspieler, nicht in Frage, weswegen wir besonders natürlich für unsere Jugendlichen nach Alternativen suchten. Unser Jugendtraining lehrt deshalb immer mehr hauptsächlich taktische Schlagfertigkeit. Der Erfolg gibt dieser Methode recht, denn seit spätestens Mitte der neunziger Jahre stellt unser Verein immer wieder in fast regelmäßigen Abständen Bezirksmeister und Turniersieger im Jugendbereich, so zum Beispiel 1994 R. Clemens U10 und T. Fankhaenel U17, 1995 Y. Eicke U9 und K. Clemens U9 Mädchen. Einen vorläufigen Höhepunkt konnte ein Jugendlicher der Schachabteilung für sich verzeichnen. Es war Makan Rafiee, der zunächst 1996 als Zweiter bei den Bezirksmeisterschaften U8 den Turniersaal verließ, 1997 gewann und 1998 sogar Hessenmeister U8 wurde. Er konnte im übrigen sein Talent im selben Jahr als achter der deutschen Meisterschaften beweisen und 1999 sogar das größte deutsche Jugendturnier, nämlich das VITAL -SHOP Turnier in Herborn gewinnen. Nebenbei oder „En Passant" wie der Schachspieler sagt, sei bemerkt, dass Makan und sein Vater Kayvan Rafiee bei der Simultanbegegnung mit Vlastimil Hort diesem als einzige Teilnehmer ein Remis abtrotzen konnten!
Nicht verschwiegen sei außerdem ein ehemaliges Mitglied unserer Jugendabteilung. Dieser, namentlich Mark Sergin, qualifizierte sich mehrmals für Hessenmeisterschaften und deutsche Meisterschaften und erreichte dort beachtliche Plätze.
Ein ebenfalls herausragendes, wenn auch noch etwas populärer gewordenes Mitglied unserer Jugendabteilung ist Dennis Wagner. Er erreichte in seiner jeweiligen Alterklasse die folgenden Ergebnisse:
2005: 1. Platz Baunataler Jugendopen, 1.Platz Fuldataler Open sowie 1.Platz Vital Shop Turnier in Herborn 2006: 14. Platz bei deutschen Meisterschaften (bester Hesse), 1.Platz Fuldatalopen 2007: 21. Platz im Erwachsenen Turnier Bad Zwesten (mit 10 Jahren), Hessenmeister U10, Hessischer Blitzmeister und vor allem deutscher Meister U10, 35 Platz bei Jugend- Weltmeisterschaften in Antalya/ Türkei. 2008: 8 Platz bei deutschen Meisterschaften U12, 1.Platz Ordix Open Jugendwertung, 9. Platz bei der Jugend WM in Vung Tau/ Vietnam und Aufstieg unter die ersten Zehn der Weltrangliste. Respektive dieser Leistungen ist Dennis natürlich im Kader der hessischen und der deutschen Jugendauswahl Förderung!
Leider profitierten in der Vergangenheit stets andere, größere Schachvereine von den Früchten unserer Arbeit. So besteht z.B. die erste Mannschaft des Kasseler Schachklubs nunmehr zu beachtlichen Teilen aus ehemaligen Mitgliedern der Schachabteilung des FSK Lohfelden. Wir hoffen, dass dieser „Braindrain" einmal ein Ende finden möge. Aber wer weiß, die Jugendlichen dazu stehen jedenfalls bereits in den Startlöchern. So konnte P. Heinemann 2006 das Double der Bezirksmeisterschaft U10 und die Schulschachrally gewinnen und M. Schirra gewann sowohl 2007 als auch 2008 die Bezirksmeisterschaften U8. Zurzeit haben wir zwei lizenzierte Trainer engagiert, die den Jugendlichen in verschiedenen Leistungsgruppen das Schachspielen beibringen. Herr K. Rafiee und Herr T. Fankhaenel geben ihr Bestes. Viel Erfolg!
7. Die erste Mannschaft
Im Verlauf der achziger Jahre lief es für die erste Mannschaft zu nächst ganz gut. Im Jahr 1983 gelang erfreulicherweise erstmals der Aufstieg in die Bezirksklasse. In den nun folgenden Jahren strebte man immer wieder auf einen Bezirksklassensieg und den daraus resultierenden Aufstieg hin. Genauso oft wie man auf die berühmt, berüchtigte „Papierform" setzte, nach der Lohfelden immer Mitfavorit war, trog diese Hoffnung. In fünf aufeinander folgenden Jahren belegte man immer wieder „nur" den 2. oder 3. Tabellenplatz. Diese Misere sollte bis 1987 dauern, als endlich der Aufstieg in die Bezirksliga gelingen sollte. In den 90er Jahren belegte man stets gute, meist vordere Plätze. Diese Spielklasse sollte gehalten werden bis 2002, als man die erforderlichen acht Spieler nicht, oder besser gesagt-, nicht mehr in der erforderlichen Qualität aufbieten konnte. Der Verein respektive die 1. Mannschaft hatte nämlich den Verlust einiger Stammspieler durch Abgänge und leider auch durch einen krankheitsbedingten Todesfall zu beklagen. Bei der damaligen Jahres Hauptversammlung der Schachsparte beschloss man deswegen eine Kooperation mit dem Schachklub Kaufungen, dem Einrichten einer Spielgemeinschaft unter dem Namen SC Kaufungen. Diese unglückliche Namensgebung, die de nomine eine Annexion und keine Spielvereinigung war, veranlasste einige Spieler damals, ihre Vereinsaktivitäten Vorübergehend auf Eis zu legen und erst zum Zeitpunkt einer Wiederbelebung des Mannschaftsspielbetriebes unter dem alten Namen Schachabteilung FSK Lohfelden im Jahre 2006 wieder aufzutauen.
Unter der Spielvereinigung SC Kaufungen spielte man erfolgreich in der Landesklasse und Bezirksliga. Nach Wiederbelebung der Vereinsaktivitäten unter dem Vereinsnamen: Schachabteilung FSK Lohfelden schaffte man 2007 noch einmal den Aufstieg in die Bezirksliga, nicht zuletzt dank der herausragenden Quote eines gewissen D. Wagner, dessen Verdienste bereits Erwähnung fanden. Zurzeit ruhen die Aktivitäten der ersten Mannschaft. Wir hoffen allerdings, dass wir schon bald wieder ins Rennen gehen können!
8. Alle Jahre wieder
Natürlich hat jeder Verein, neben dem Ziel, sportliche Leistungen zu erreichen, oder der Förderung der Jugend oder sonst weder Ambition noch eine andere Aufgabe, nämlich ein angenehmer Ort zu sein und diese Gemeinschaft sollte nicht der Annehmlichkeit eines Einzelnen oder von Eliten gelten, sondern dem angenehmen Untereinander und der Verwirklichung gleicher Interessen unter Gleichgesinnten.
Zu diesem Zwecke übt man - Geselligkeit.
Ein in den achtziger Jahren eingeführter, alljährlich wiederkehrender Anlass der Ausübung einer solchen ist unser Garten- bzw. Grillfest. Hierzu werden nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch deren Partner und Kinder eingeladen. Ebenso sind die Eltern unserer Schach-Jugend herzlich eingeladen. Als Lokalität für einen solchen Anlass wählte man in den 80er Jahren die Grillhütte in der Herchenbach und später das Vereinslokal des Karnevalsvereins in Vollmarshausen. Später grillte man auch in den Gärten von Vereinsmitgliedern, z.B. der Familie Thiele, der Familie Schmelz und letztens der Familie Heinemann, für deren Unterstützung in all den Jahren an dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön fällig ist. Neben dem Konsumieren von Grillsteaks und Würstchen wurden und werden hier auch Kuchen- und Salatrezepte ausgetauscht sowie allerlei Lebensweisheiten.
Unser Publikum ist, folgend der Logik, dass Schach bezüglich des Lebensalters, der Lebenseinstellung und der Weltanschauung ein unabhängiges Phänomen darstellt, gerade auch altersmäßig und ethnisch bunt gemischt. Somit stehen sich Lebenshunger, Lebensmut und Lebensweisheit produktiv gegenüber. Dieses dürfte zwar für alle anderen Sparten des FSK ebenso gelten, liegt aber vielleicht für nur wenige ebenso auf der Hand wie durch die immanenten Eigenschaften des Schachs. Darüber hinaus kann man sagen, dass dieses Zusammenkommen die eigentliche, wenn auch informelle Jahreshauptversammlung ist. Hier werden Probleme erörtert, Personalien demokratisch diskutiert (z.B. Mannschaftsaufstellung) und alle möglichen Pläne geschmiedet. Da wir ein Verein sind, der zum größeren Anteil aus Jugendlichen besteht, die weder mündige noch stimmberechtigte Vereinsmitglieder sind, ist hier ein Anlass gegeben, um auch Ihren Eltern einmal ein gewisses, berechtigtes Mitspracherecht zu geben. Schließlich sind vor allem mit ihnen Termine zu klären, z.B. Fahrbereitschaften für Punktspiele und Ähnliches.
Gelegentlich gingen einige Mitglieder des Vereins auch gemeinsam auf Reisen. So fanden in den 80er Jahren Fahrten nach München und Paris statt, 1989 fuhr eine Auswahl unseres Vereins zwecks Austragung eines Freundschaftskampfes ins Ostseebad Heiligenhafen, wo man auf Einladung des dortigen Schachvereins ein paar schöne Herbsttage erlebte. Des Weiteren nahmen unsere Jugendlichen 2001 und 2006 an Ferienfreizeiten auf dem Sensenstein teil.
Nach jeder abgeschlossenen Spielsaison treffen sich die Mitglieder der aktiv im Mannschaftswettkampf beteiligten zum gemütlichen Beisammensein beim Mannschaftsessen. Traditionell nach Abschluss einer Saison lässt man hier alle Geschehnisse noch einmal Revue passieren und schmiedet neue Pläne für die Zukunft.
Wir bedanken uns für das Engagement aller Beteiligten, und wir hoffen auf ein Wachsen der Abteilung und deren sportlichen Erfolg. Zurzeit haben wir über 40 Mitglieder, davon 21 Jugendlich unter 18 Jahren. Unser Training beginnt um 17.30 Uhr Spiellokal: Lohfelden, Ochshäuserstr. 20 Leute die Schach spielen wollen, egal welcher Spielstärke sind bei uns jeder Zeit herzlich willkommen!
Joachim Kaiser 1.Vorsitzender Schachabteilung der FSK Lohfelden |





